: antifaschistische nachrichten
Nicht die Existenz rechtsextremer Gruppen ist das eigentliche Problem, sondern eine politische Kultur, die eine Akzeptanz gegenüber dem Rechtsextremismus entwickelt, so das Fazit einer Studie, die der von den Waiblinger IG-Metall-Bevollmächtigten gegründete Verein für Internationale Arbeits- und Kulturbeziehungen e.V. Rems-Murr (VIAK) bei Professor Josef Held von der Universität Tübingen in Auftrag gegeben hat. Das Forschungsprojekt zum Thema «Rechtsextremismus und sein Umfeld» sollte die Einflüsse und Bedingungen untersuchen, die rechtsextreme Einstellungen im Rems-Murr-Kreis fördern.
Neben den Wahlergebnissen der NPD und der Republikaner wurde der Verein auf die Problematik durch Meldungen aufmerksam, demzufolge zehn Prozent der landesweit registrierten Skinheads in diesem Kreis zu finden seien. Die interessierende Frage war, was gibt es für besondere Bedingungen, die diese rechtsextremen Einstellungen fördern. Im Folgenden eine zusammenfassende Presseinformation der Tübinger Forschungsgruppe. Die vollständige Studie sowie die zusammengefassten Dokumente können auf der Internetseite der IG Metall Waiblingen heruntergeladen werden (www. waiblingen. igm.de).
Die politische Kultur in der Region ist durch eine rechtsgerichtete Stimmung geprägt.
Bei der von uns untersuchten Gegend handelt es sich um eine prosperierende Region, die keineswegs abwärts driftet. Die eher ländliche und kleinstädtische Gegend wird von mittelständischer Industrie geprägt, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, der Ausländeranteil ist im Vergleich zur angrenzenden großstädtischen Region niedrig und die regionale Kultur blüht. Trotzdem, und das ist das besondere, ist die untersuchte Region immer wieder auffällig geworden durch rechtsextreme Aktivitäten und auch unsere Studie zeigt, dass rechte Orientierungen (speziell autoritäre und nationalistische) vergleichsweise stark ausgeprägt sind. Unsere Untersuchung weist darauf hin, dass die politische Kultur insgesamt durch eine rechtsgerichtete Stimmung geprägt ist. Rechtsorientierte Akteure können sich durch ihre Umgebung eher anerkannt fühlen und sie sind offenbar großteils gut in ihr Gemeinwesen integriert.
Eine starke lokale Orientierung begünstigt die Entwicklung rechter politischer Orientierungen. Lokale und segmentäre Orientierung verbunden mit starker Familien- und Cliquenbildung stellen einen Cocktail dar, der die Ausbreitung und Akzeptanz rechtsextremistischen Gedankenguts begünstigt.
Rechtsextremismus übt auf viele Jugendliche eine starke Faszination aus. Nichts deutet daraufhin, dass die Erklärung für Rechtsextremismus und rechte Orientierungen in der Region ein Desintegrationsproblem sein könnte. Verunsicherung, Orientierungslosigkeit, sich auflösende soziale Strukturen, um nur einige Desintegrationsphänomene zu benennen, scheinen hier keine Basis für rechte Orientierungen zu bilden. Auffällig ist stattdessen eine ausgeprägte lokale Orientierung, die sich in einem starken Bezug zur Heimat und Integration in die eher dörflichen und kleinstädtischen Milieus äußert. Die in unserer Untersuchung festgestellte lokale Orientierung steht in einem deutlichen Zusammenhang mit rechten politischen Orientierungen. Dieser empirische Befund verweist darauf, dass Lokalismus in der untersuchten Region eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung rechter Orientierungen ist. Die Rückkehr zum eigenen Ort, das heißt zum Lokalen kann als Gegenbewegung bzw. als Ergänzung zur Globalisierung betrachtet werden. In der Soziologie spricht man deshalb heute von «Glokalisierung». Die lokale Orientierung verbindet sich mit einer starken segmentären Orientierung, d.h. dass die Beziehung zur eigenen sozialen Bezugsgruppe stark ausgeprägt ist. In diesen Gegenden hält man zusammen und ist auf Zusammenhalt angewiesen. Dazu gehören auch die engen emotionalen Bindungen an die Familie, die sich auch in einer großen Ähnlichkeit der politischen Orientierungen innerhalb der Familie äußern, insbesondere zwischen Jungen und Alten.
Die soziale Bindung wird auch durch die sehr ausgeprägte Vereinskultur in der Region unterstützt. Die Bindung an die jeweiligen Bezugsgruppen wird durch eine stark ausgeprägte Suche nach Anerkennung gefördert. Die sich unter den jungen Menschen ausbreitenden rechten Orientierungen, in erster Linie Nationalismus und Autoritarismus, bilden eine Voraussetzung für das Eindringen von Rechtsextremismus und unterstützen ihn. Rechtsextremismus ist demnach nicht nur Bestandteil der politischen Kultur, sondern eine bestimmte politische Kultur ist auch Voraussetzung für den Rechtsextremismus in einer Region.
Wir konnten beobachten, dass der Rechtsextremismus heute auf viele Jugendliche eine starke Faszination ausübt, während andere ihn als normale Meinung betrachten, wodurch rechte Orientierungen unbemerkt eine Art Selbstverständlichkeit gewinnen.
Dazu trägt auch bei, dass der Nationalsozialismus zunehmend relativiert und zu einem historischen Mythos wird. Der Bezug zum Nationalsozialismus wird in den Diskursen der jungen Menschen über Rechtsextremismus in der Region stärker hergestellt als in den gängigen Rechtsextremismustheorien angesprochen. «Nazi» war unter den befragten Jugendlichen zwar oft noch ein Schimpfwort, gleichzeitig ist aber eine wachsende gesellschaftliche Akzeptanz für die damit bezeichneten Akteure und ihre Einstellungen festzustellen. Gleichzeitig vermeidet aber die Mehrheit der jungen Menschen eine eindeutige politische Positionierung. Man will in der Mehrheit weder links noch rechts sein.
Die politische Kultur lässt sich zwar als eine allgemeine, d.h. durchschnittliche Stimmung charakterisieren, geprägt durch selbstverständlich geteilte politische Ansichten, sie ist jedoch in einer Region nicht einheitlich, sondern differenziert sich in verschiedene soziale Felder. Strukturelle Faktoren, wie Betrieb, Schule, Familie und Freizeit und soziale Faktoren, wie Geschlecht, Bildung und Herkunft haben eine wichtige Bedeutung für die Entwicklung der politischen Kultur.
(...) Wir unterschieden in der Untersuchung zwischen Betrieb, Schule, Familie und Freizeit, soziale Faktoren wie Geschlecht oder Herkunft wurden einbezogen und wir berücksichtigten mögliche regionale Besonderheiten.
Die Betriebe, die junge Menschen ausbilden, scheinen nur wenig Möglichkeiten für die Verbreitung von rechten Orientierungen zu bieten. Dies könnte damit erklärt werden, dass in den Betrieben wenig Spielraum bleibt für die Ausbildung einer gemeinsamen politischen Kultur. Dies liegt zum einen an dem «Produktionsimperativ», der bewirkt, dass die Arbeitsaufgaben im Mittelpunkt stehen und alles, was damit nicht unmittelbar zu tun hat, zurückgedrängt wird.
Schulen sind solchen strukturellen Zwängen weniger ausgeliefert. Gerade in den heutigen Schulen, in denen die Lehrer nicht alles dominieren, entsteht offenbar ein ausgeprägtes soziales Eigenleben der Schüler, in dem sich unerkannt auch ideologisch geprägte Meinungen verbreiten können. Teilweise konnte beobachtet werden, dass die Position des «Nazis» beinahe schon wie eine Opposition gegen die politische Kultur der institutionellen Schule funktioniert. Die Lehrer üben sich dabei offenbar mehr am Wegsehen als am Aufarbeiten solchen Gedankenguts.
In den Familien gibt es keine institutionell vorgegebene politische Kultur, d.h. sie sind Teil der örtlichen Kultur und bilden diese auch aus. Innerhalb der Familien gibt es offenbar heute relativ wenig Differenz in Bezug auf politische Orientierungen. Die befragten Jugendlichen gaben an, dass ihre Eltern weitgehend ähnliche politische Orientierungen haben wie sie selbst. Diejenigen, die in der Familie die Benennungsmacht haben - und das müssen nicht nur die Eltern sein - prägen die politischen Orientierungen, die sich aufgrund der starken emotionalen Bindungen schnell und nachhaltig verbreiten und in der Familie zu einem fragwürdigen Konsens führen können.
Auf dem Feld der Freizeit spielen Vereine in der Region eine sehr große Rolle. Die Annahme, dass in Vereinen rechte Stimmungen generell einen günstigen Ort vorfinden, ließ sich nicht bestätigen. Im Durchschnitt unterscheiden sich die Vereinsmitglieder in ihren politischen Orientierungen nicht von den Nichtmitgliedern. Es gibt allerdings auch Vereine, das sind vor allem traditionsbezogene, die rechte Orientierungen zu fördern scheinen. Auffälliger als die Vereine sind nichtorganisierte Gruppen, die sich ihre eigenen Orte suchen, z.B. in Bauwägen, und die eine eigene politische Identität ausbilden. Bei deutschen Jugendlichen lassen sich eher rechte Stimmungen und Aktivitäten in solchen Gruppen feststellen.
Ihre besondere Bedeutung gewinnen sie daraus, dass sie unbemerkt ein politisches Milieu werden können und unter Umständen besonders in kleineren Ortschaften die lokale Jugendkultur dominieren können. Wir fanden Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen, nämlich zwischen männlichen und weiblichen jungen Menschen, zwischen Leuten mit geringer und mit höherer Schulbildung, zwischen Schülern und Arbeitnehmern und zwischen deutschen und nichtdeutschen Bewohnern.
Junge Frauen, höher Gebildete und Arbeitnehmer, sowie nichtdeutsche Jugendliche zeigten eine deutlich geringere Neigung zu rechten Orientierungen. Dies sind nicht nur statistische Gruppenunterschiede, sondern sie verweisen auf unterschiedliche Milieus, die sich in ihrer politischen Kultur unterscheiden. Die rechte Kultur ist offenbar ziemlich stark männlich geprägt, d.h., dass junge Frauen in ihrer eigenen Lebenswelt davon weniger fasziniert werden. Junge Menschen mit Migrationshintergrund verorten sich schon deshalb nicht so häufig politisch rechts, weil sie die Ausländerfeindlichkeit als Komponente des Rechtsextremismus kennen. Relativ unabhängig von dem Herkunftsland schließen sich häufig jugendliche Migranten zusammen und bilden ein eigenes Milieu, das sich von dem deutschen Milieu abzugrenzen versucht. In den Auseinandersetzungen zwischen Cliquen von Migranten und Cliquen von Deutschen, die in der untersuchten Region auch schon häufiger gewalttätig ausgetragen wurden, findet offenbar ein Aufschaukelungsprozess statt, in dem die einen sich eher links definieren, die anderen eher in die rechte Ecke gedrückt werden. Die Etikettierung als «Nazi» kann dabei teilweise die Identifikation mit rechtsextremen Einstellungen bei deutschen Jugendlichen fördern.
In den letzten zehn Jahren hat sich das rechtsextreme Milieu stark ausdifferenziert. Der Einfluss von rechtsextremen Gruppen, speziell der NPD, hat sich stark erweitert.
Die Skinheads als Synonym für Rechtsextremismus haben offenbar ihre führende kulturelle Rolle verloren und sollten nicht mehr als Inbegriff des Rechtsextremismus dargestellt werden. Die verschiedenen rechten Gruppen teilen sich auf nach Musikstilen, Kleidung und versteckten Parolen. Neben den Skinheads spielen gewaltbereite Neonazis und autonome Nationalisten eine Rolle, die jeweils ihre eigenen Stile pflegen. Die jungen Frauen spielen in allen diesen verschiedenen Gruppen und Szenen eine Rolle, aber eher eine Nebenrolle. Es hat sich nicht nur eine Ausdifferenzierung in verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen kulturellen Stilen entwickelt, sondern es hat sich auch der Einfluss von rechtsextremen Parteien, speziell der NPD, sehr stark erweitert. Die NPD hat in der Region eine eigene Jugendarbeit entwickelt, mit der sie den Bedürfnissen der Jugendlichen im ländlichen Raum besonders gerecht werden will. Sie versucht mit ihren Themen und Ansätzen in die verschiedenen sozialen Felder einzudringen und beachtet dabei die jeweiligen Voraussetzungen der Adressaten. Das Anknüpfen an unterschwellig weit verbreiteter Ausländerfeindlichkeit spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Der wichtigste Gesichtspunkt für die Beziehung zwischen Rechtsextremismus und sozialem Feld ist die Unterscheidung zwischen zwei Kategorien von rechtsextremen Milieus, nämlich zwischen Rechtsextremen diesseits und jenseits der roten Linie der Legalität. Die Rechtsextremen diesseits der roten Linie bemühen sich um Akzeptanz durch ihr Umfeld. Dies geschieht z.B. dadurch, dass sie sich ganz gezielt durch bürgerschaftliches Engagement in ihrer Gemeinde hervortun, sich öffentlich zu ihrer Gemeinde bekennen und in verschiedenen lokalen Organisationen Fuß zu fassen versuchen. Sie wollen durch vorbildliches Benehmen auffallen und bieten daher wenig Angriffspunkte bezüglich ihrer rechtsextremen Orientierung.
Die Rechtsextremisten jenseits der roten Linie, die sich illegal politisch betätigen oder straffällig werden, sind zwar teilweise selbst noch der Meinung, dass sie das «gesunde Volksempfinden» ihres Umfelds repräsentieren, sie haben jedoch die rote Linie der Akzeptanz überschritten und können nicht mehr mit Akzeptanz in den sozialen Feldern rechnen. Allerdings stehen diese beiden Arten von Rechtsextremisten miteinander in Verbindung, es besteht ein osmotisches Verhältnis zwischen den beiden möglichen Haltungen. Die rote Linie weist also eine gewisse Durchlässigkeit auf, die den Artikulationsformen des Rechtsextremismus je nach Bedarf eine Diffusion in die eine oder andere Richtung erlaubt. Es handelt sich also mehr um verteilte Rollen als um getrennte Gruppen.
In unserer Untersuchung konnten wir vier typische Gruppen unterscheiden, die jeweils eine andere Haltung gegenüber dem Rechtsextremismus haben und damit eine jeweils andere Funktion im Rahmen der Entwicklung von rechten Orientierungen und im Verhältnis zu Rechtsextremismus übernehmen. Es sind dies die so genannten Individualisierten, die Kritischen, die Lokalorientierten und die Sympathisanten.
Die Individualisierten sind junge Menschen, die keineswegs durch rechte Orientierungen auffallen, sondern sich eher davon distanzieren. Sie schließen sich an andere kulturelle Stile an, z.B. an die Skater und sind deshalb selbst relativ immun gegen rechtes Gedankengut. Dadurch, dass sie sich sehr stark auf sich selbst konzentrieren, entsprechen sie dem Typ des Individualisierten wie er immer wieder von dem Soziologen Ulrich Beck beschrieben worden ist. Politisch bedenklich ist dabei, dass sie nur wenig bereit sind, Verantwortung für allgemeine Angelegenheiten des Gemeinwesens zu übernehmen. Es besteht unter ihnen die Meinung, dass es genügt sich selbst vom Rechtsextremismus abzuwenden. Damit ignorieren sie die gesellschaftliche und politische Dimension rechtsextremer Dynamiken und können so indirekt zur Verharmlosung des Phänomens und damit auch zu seiner Verbreitung beitragen. (...)
Die Kritischen stellen eine weitere Gruppe von Haltungen gegenüber dem Rechtsextremismus dar. Sie haben offensiv Positionen gegen den Rechtsextremismus eingenommen und vertreten diese auch nach außen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie sich automatisch mit Mi-grantengruppen zusammentun oder solidarisieren. Sie verstehen sich eher als Antifaschisten und sind engagiert gegen rechts. Die Kritischen stellen ein sehr wichtiges Element in der politischen Kultur dar, da sie verhindern können, dass die politische Kultur insgesamt nach «rechts kippt. (...)
Die Lokalorientierten betonen ihre Integriertheit in lokale Strukturen und lassen nichts Negatives bezüglich ihres Ortes oder ihrer Region gelten. Sie verteidigen quasi ihr Revier gegen fremde Einflüsse und betrachten deswegen alles Fremde mit skeptischem Blick. Mit dieser Haltung vertreten sie eine der Hauptanliegen der rechtsextremen Akteure, nämlich die Abwehr von Heterogenität und Internationalisierung und können so ungewollt zu ihren Verbündeten werden.
Die Sympathisanten in Bezug auf das rechtsextreme Milieu sind selbst zwar nicht dezidiert rechtsextrem und begehen auch keine rechtsmotivierten Straftaten, aber sie hegen offen oder verdeckt Sympathien für rechtsextreme Ideen und Akteure. Damit erfüllen sie aber eine Brückenfunktion zwischen Rechtsextremen und etabliertem unpolitischem Milieu. Insofern können sie eine nicht zu unterschätzende Unterstützung bei der Entstehung rechtsextremer Orientierungen leisten.
Die Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass nicht die Existenz rechtsextremer Gruppen das eigentliche Problem darstellt, sondern eine politische Kultur, die eine Akzeptanz gegenüber dem Rechtsextremismus entwickelt.
Wenn «Nazi» unter den befragten Jugendlichen oft kein Schimpfwort mehr war, sondern ein faszinierendes Phänomen mit hoher gesellschaftlicher Attraktivität, stellt sich auch hier die Frage weshalb.
Gleichzeitig wird in der Studie festgestellt, dass sich der Einfluss von rechtsextremen Parteien, speziell der NPD, sehr stark erweitert. Deshalb unterstützt der VIAK auch die Initiative «nonpd» zum Verbot der NPD. Das Verbot der NPD könnte dazu beitragen, die Gewichtung in der politischen Kultur generell und damit auch im RMK zu verändern.
Die in der Untersuchung festgestellte lokale Orientierung steht in einem deutlichen Zusammenhang mit rechten politischen Orientierungen.
Dieser empirische Befund verweist darauf, dass Lokalismus im Rems-Murr-Kreis eine entscheidende Voraussetzung ist für die Entwicklung rechter Orientierungen. Daraus muss der Schluss gezogen werden, dass die lokalen Organisationen und Ebenen in eine «politische Gegenkultur» einbezogen werden. Breite lokale Strukturen haben z. B. die Kirchen, die Sportvereine, die Feuerwehr, das DLRG, das Rote Kreuz und vor allem die Kommunen selbst. Wir werden als Verein die Studie als Ausgangspunkt nehmen, um mit diesen Organisationen Verbindung aufzunehmen.
In den Schulen entsteht offenbar ein ausgeprägtes soziales Eigenleben der Schüler, in dem sich unerkannt ideologisch geprägte Meinungen verbreiten können. Wenn die Position des «Nazis» beinahe schon wie eine Opposition gegen die politische Kultur der institutionellen Schule funktioniert, muss dies auch die GEW und AJL interessieren. Für Lehrer werden wir spezielle Angebote machen um die Studie vorzustellen und zu diskutieren, welche Schlussfolgerungen und Handlungsmöglichkeiten es für dieses soziale Umfeld gibt.
Damit sind für einen kleinen Verein wie der VIAK viele interessante Ansatzpunkte beschrieben, wie wir das Thema in den kommenden Monaten weiter entwickeln möchten.