: antifaschistische nachrichten

Nummer 06 / 2003

Hetze gegen islamische Kölnerinnen und Kölner

«Pro Köln» begibt sich auf Stimmenfang mit Blick auf die Kommunalwahl 2004

Für den 15. März ruft die rechtsextreme Kölner Nazitruppe unter Führung von Manfred Rouhs gleich zu zwei Kundgebungen mit anschließender Demonstration gegen den geplanten Bau einer Moschee in Köln-Chorweiler und in Köln-Mülheim auf: Um 11 Uhr am Londoner Platz in Chorweiler und um 15 Uhr am Wiener Platz in Mülheim.

Hinter dem harmlos klingenden Namen «Pro Köln» verbergen sich führende Köpfe der Kölner Neonaziszene, vor allem Manfred Rouhs, Markus Beisicht und Bernd Michael Schöppe, die vor Jahren für die Republikaner, später für die «Deutsche Liga für Volk und Heimat» im Kölner Rat saßen. In ihrem Vereinsblatt (Nr. 1 - 03) rufen sie dazu auf, nicht zuzulassen, «dass die geplanten Moscheen gefährliche Zufluchtstätten für islamistische Extremisten und Terroristen werden» und sammeln eifrig Unterschriften gegen den Bau der Moscheen. Und nebenbei fordern sie (Nr. 0 - 03) «Null - Moslem - Zuwanderung», «rasche Rückwanderung aller Islamisten» und «Schluss mit der Multi-Kulti-Verdummung». Fürwahr, eine echte Nullnummer!

Einen solchen Rassismus dürfen wir uns nicht bieten lassen. Denn nur darum geht es ihnen und nicht um demokratische Kriterien für die Vereine, die sich an den Moscheen beteiligen wollen. Fundamentalistische Erziehung jeder Art ist abzulehnen, ob sie nun von christlicher oder von islamistischer Seite betrieben wird. «Pro Köln» allerdings bringen Moscheen gleich in Verbindung mit Extremisten und Terroristen, obwohl noch längst nicht klar ist, welche Vereine sich an diesen Einrichtungen beteiligen. Wenn es nach «Pro Köln» geht, sollen für Muslime die Gesetze, die hier in Deutschland herrschen, eben nicht gelten.

Dieses Vorgehen von «Pro Köln» hat das Kölner Bündnis «Köln stellt sich quer» auf den Plan gerufen und zahlreiche Gruppen, Vereine und Organisationen aktiviert. Sie alle wollen ein deutliches «Zeichen gegen die Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen…, ein Zeichen für ein solidarisches Zusammenleben…» setzen, so der Aufruf. Zwei machtvolle Gegendemonstrationen sind deshalb am 15. März geplant:

Ab 10 Uhr auf dem Pariser Platz in Chorweiler und ab 13 Uhr am Wiener Platz.

Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes wird damit gerechnet, «dass sich rechtsradikale Gruppierungen aus ganz NRW angesagt hätten», berichtete der Kölner Stadtanzeiger. Um möglichst viele Gegendemonstranten abzuschrecken, rechnet Polizeidirektor Granitzka «mit erheblichen Krawallen» und will «etliche Hundertschaften an jenem Samstag einsetzen». Das größte Problem sieht er darin, dass die Neonazis «nach dem Ende der ersten Kundgebung … offenbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Rechtsrheinische wechseln» wollen.

Da sehen wir auch ein Problem! Hoffen wir mit allen, die sich quer stellen, dass Rouhs und Konsorten erst gar nicht aus der U-Bahn- oder S-Bahnstation in Chorweiler heraus- und nach Mülheim schon gar nicht kommen!

MK

Valid XHTML 1.0!